Volkswagen AG 1.9 TD (AAZ) Technische Daten
Volkswagen AG
Volkswagen AG 1.9 TD (AAZ) ist ein 1.9L (1896 cc)-Diesel-Motor mit 75 PS, 150 Nm, 22.5:1 Verdichtung. Enthält Angaben zu Zuverlässigkeit, typischen Problemen und Fahrzeuganwendungen.
Beschreibung
Der Volkswagen-Konzern-Motor AAZ, vermarktet als „1.9 TD", ist ein aufgeladener 1,9-Liter-Reihenvierzylinder-Dieselmotor mit indirekter Einspritzung (IDI), der von 1991 bis 1996 gebaut wurde. Er stellt die letzte Generation von VWs älterer Wirbelkammer-Dieseltechnik dar, bevor der Konzern später in den 1990er-Jahren den wegweisenden Wechsel zu den direkteinspritzenden TDI-Motoren vollzog. Er kam im Golf III, Jetta III, Passat B4, Vento, Audi 80 B4 und Seat Toledo I zum Einsatz.
Mit 75 PS und 150 Nm Drehmoment aus 1.896 cm³ Hubraum nutzt der AAZ ein System mit indirekter Einspritzung, bei dem der Kraftstoff in eine kleine Vorkammer (Wirbelkammer) statt direkt in den Hauptbrennraum eingespritzt wird, wie es bei späteren TDI-Motoren der Fall ist. Diese Bauweise ist von Natur aus weniger effizient und leistungsschwächer als die Direkteinspritzung, dafür aber auch mechanisch einfacher und im Leerlauf generell leiser und geschmeidiger als die Direkteinspritzer, die sie ablösten – eine Eigenschaft, an die sich manche Besitzer der Diesel dieser Ära noch gerne erinnern.
Da der AAZ vor VWs TDI-Generation liegt, fehlt ihm die höhere Einspritzdruck-Technik, die ausgereifte Ladeluftkühlung und die elektronische Motorsteuerung der nachfolgenden 1.9-TDI-Motoren, was sich in seinen Leistungswerten widerspiegelt – bescheiden selbst nach den Maßstäben kleiner Diesel desselben Jahrzehnts. Dennoch hat sich der AAZ einen guten Ruf für grundlegende mechanische Haltbarkeit erarbeitet, was von seiner vergleichsweisen Einfachheit profitiert: Es gibt kein Hochdruck-Common-Rail- oder Pumpe-Düse-System, das ausfallen könnte, und die Vorkammer-Konstruktion mit indirekter Einspritzung ist generell toleranter gegenüber schwankender Kraftstoffqualität als spätere Direkteinspritzer. Der Zahnriemen ist ein kritisches Bauteil bei diesem Interferenzmotor und muss strikt nach Wartungsplan zusammen mit der Wasserpumpe gewechselt werden, da ein Riemenriss erhebliche Ventilschäden verursacht – eine unerlässliche Prüfung, da diese Motoren in jedem erhaltenen Exemplar inzwischen mehr als ein Vierteljahrhundert alt sind. Glühkerzen sind bei einem Motor mit indirekter Einspritzung für zuverlässige Kaltstarts besonders wichtig, mutmaßlich sogar wichtiger als bei späteren TDI-Motoren, und sollten geprüft oder ersetzt werden, falls sich das Kaltstartverhalten verschlechtert hat. Angesichts des Alters des AAZ sollte allgemeiner altersbedingter Verschleiß am gesamten Fahrzeug, nicht nur am Motor, im Mittelpunkt jeder Kaufuntersuchung stehen.